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Di, 07.09. - Open Air Kino-Nächte 2010 am Schloss Gottesaue

Nokan - Die Kunst des Ausklangs

Der Oscar als bester fremdsprachiger Film, zehn japanische Filmpreise und sechs Millionen heimische Besucher machten Yojiro Takitas gleichermaßen bewegendes wie augenzwinkernd komisches Drama zu einer der Kinoüberraschungen des Jahres 2009. In seinem melancholischen, etwas anderen "Reisefilm" erzählt der japanische Regie-Veteran Yojiro Takita einfühlsam und heiter von einem ganz speziellen Reiseleiter wider Willen.

Der Cellist Daigo verliert seinen Posten beim Tokioter Symphonie-Orchester, als der Sponsor aussteigt. Da er die Raten seines teuren Instruments nun nicht mehr zahlen kann, gibt er es zurück und kehrt mit seiner Frau in seine Heimat im ländlichen Norden Japans zurück. Bei der Arbeitssuche stößt Daigo auf die Anzeige eines auf Reisen spezialisierten Unternehmens und wird zu guten Bedingungen eingestellt. Da erfährt er die wahre Natur des Geschäfts: Er soll die Leichen Verstorbener auf die letzte Reise, sprich, die Beerdigung vorbereiten.

Zunächst befremdet der Plot. Der Umgang mit dem Tod ist in der westlichen Welt noch ein absolutes Tabuthema. In Japan ist das etwas anders, da will man sich - zumindest in traditionellen Familien - von den Angehörigen gebührend verabschieden, ihnen im wortwörtlichen Sinn die letzte Ehre erweisen. Wie wichtig es da ist, den richtigen "Reiseleiter" zu engagieren, das vermittelt Kundo Kuyama mit seinem getragenen, mittels heiterer Momente aufgebrochenen Skript sehr gut. Viel Zeit nimmt er sich, die verschiedenen Charaktere vorzustellen, den introvertierten, ruhigen Daigo, dessen tüchtige Frau und den schlitzohrigen Sasaki, der seinen Angestellten geschickt formt, in ihm schon früh einen guten Zeremonienmeister erkennt.

Japan 2008
Regie: Yojiro Takita
Darsteller: Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue, Tsutomu Yamazaki
130 Minuten